Aztekenstadion, Mexico City - Panorama

Groundhopping in Mexiko – Flutlichtspiel im Aztekenstadion

Eine Reise ins Ungewisse

Noch einen Monat vor unserer Mexiko Reise war es ungewiss, ob wir überhaupt ein Spiel im legendären Aztekenstadion sehen würden. Das Erdbeben im September, welches die Hauptstadt und ihre Umgebung heftig erschütterte, forderte nach offiziellen Angaben alleine in der Großstadtmetropole mehr als 200 Todesopfer. Auch das Estadio Azteca – wie es in Landessprache heißt – war betroffen. Obwohl das monumentale Bauwerk mit großen Dehnungsfugen ausgestattet ist, um solche Erdstöße auszugleichen, zog sich nach dem Beben ein dicker Riss durch die Haupttribüne. Das geplante Pokalspiel in der gleichen Woche wurde aus Sicherheitsgründen abgesagt und man wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, wann das Aztekenstadion wieder bespielbar sein würde.

Groundhopping in Mexiko

Generell ist Reisen und somit auch Groundhopping in Mexiko eine ziemlich sichere und unkomplizierte Angelegenheit. Dennoch sollte man natürlich ein paar grundsätzliche Regeln beachten:

– Möglichst Tickets in den besten/ teuersten Kategorien kaufen (Preise liegen meist zwischen 20 und 40 Euro)
– Immer nur mit offiziellen Taxen fahren (am besten vom Hotel, Restaurant ect. rufen lassen)
– Frühzeitig anreisen um sich zu orientieren, ggfls. hinterlegte Tickets abzuholen und ein paar Fotos zu schießen
– Das Stadion 10-15 Minuten vor Spielende verlassen, um nicht in größere Menschenmengen oder gar Tumulte zu geraten

Aztekenstadion, Mexico-City

Tickets

Tickets können ganz einfach über die mexikanische Seite von ticketmaster.com.mx gebucht werden. Man beachte, dass die Tickets meist nur sehr kurzfristig online gestellt werden! Also Geduld haben und nicht überhastet auf überteuerten Ticketplattformen zuschlagen. In unserem Fall habe ich die Karten erst einen Tag vor dem Spiel online kaufen können, als wir bereits in Mexico City eingereist waren.

Man sollte sich aber keine Sorgen darum machen, dass die Spiele evtl. ausverkauft sein könnten. Die meisten Stadien haben eine sehr hohe Kapazität und die Spiele der Liga MX – der höchsten mexikanischen Spielklasse im Fußball – sind meist nicht gut besucht.

Aus Sicherheitsgründen empfielt sich (besonders bei Abendspielen) immer Plätze in den höheren Kategorien zu wählen. Die Preise hierfür liegen meist zwischen 20 und 40 Euro.

Daher entschieden wir uns für die Kategorie „Palcos Club“ für 650 Pesos (ca. 30 Euro) auf der Längsseite des Aztekenstadions. Nach mehreren Sicherheitskontrollen und zweimaligem Abtasten gelangten wir in unseren „Club Bereich“. Hier wurden wir sofort von einer sehr freundlichen Service Dame in Empfang genommen und persönlich zu unseren Plätzen geleitet. Der Block ist in separate Sitzbereiche mit jeweils zwei Plätze unterteilt. Man ist somit unter sich und hat vor sich auch noch eine großzügige Ablagefläche, auf der man Speisen und Getränke abstellen kann. Das Beste daran: Im Ticketpreis sind tatsächlich Bedienung am Platz, sämtliche Kaltgetränke, Nachos sowie riesige Burger inkludiert.

Das Jahrhundertspiel

Wir haben schon einige größere Fußballarenen dieser Welt besucht. Dennoch ist es ein besonderer Moment, wenn man das Aztekenstadion im Flutlicht zum ersten Mal Betritt und einem das riesige Rund für einen kurzen Moment den Atem nimmt. Die mächtige Größe und die einzigartige Historie machen das Estadio Azteca zu einem besonderen Groundhopping-Erlebnis.

Es ist weltweit das einzige Stadion, welches zwei Finalspiele der Fußball-Weltmeisterschaft (1970 und 1986) beherbergen durfte. Unter anderem fand hier auch die offiziell zum „Jahrhundertspiel“ gekührte Begegnung zwischen Italien und Deutschland (4:3) am 17. Juni 1970 statt. Eine eigene Gedenktafel erinnert sogar an das damalige WM-Halbfinale, welches damals 107.000 Zuschauer live im Stadion verfolgen konnten. Mit dieser Kapazität war das Aztekenstadion damals der zweitgrößte Fußballtempel hinter dem Maracana in Rio de Janeiro. Nach einigen Umbauten beträgt das heutige Fassungsvermögen der riesigen Betonschüssel „nur“ noch 87.000.

Bei unserer Begegnung des Club América gegen die Gastmannschaft Necaxa war das Stadion wie erwartet nur zu einem Viertel gefüllt. Auch die Liga MX Begegnung entpuppte sich nicht gerade als weiteres Jahrhundertspiel. Dennoch machten beide Fanlager über 90 Minuten unentwegt Stimmung und der überdimensionale Corona-Schriftzug auf der gegenüberligenden Tribüne machte immer wieder Lust bei unserer Bedienung das nächste Bier nachzubestellen.

Fazit

Wer zum Groundhopping oder einfach nur zum Urlaub nach Mexiko reist, sollte unbedingt die große, bunte, laute und kulturell vielfältige Hauptstadt des Landes besucht haben. In diesem Zuge ist ein Spiel im geschichtsträchtigen Aztekenstadion, in dem schon so viele große Fußballschlachten geschlagen wurden, absolute Pflicht!

Neben der größten Arena in Mexico City gibt es noch weitere Hauptstadtstadien, in den mexikanischer Erstligafußball gespielt wird:

– Estadio Olímpico Universitario, Pumas UNAM (hier gehts zum Bericht!)
– Estadio Azul (CD Cruz Azul)

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