Stadio Luigi Ferraris, Genua

Das älteste Stadion Italiens: Stadio Luigi Ferraris in Genua

Von Mailand zur Traum-Bucht nach Boccadasse

Italien ist immer eine Reise wert. Vor allem zum Groundhopping! Vor allem von München aus gelangt man innerhalb von wenigen Stunden in das Land des Weltmeisters von 2006. Nachdem ich schon 2013 im Stadio Giuseppe Meazza ein denkwürdiges Europa League Spiel zwischen Inter Mailand und den Tottenham Hotspur aus London gesehen hatte, zog es uns nun wieder in die Metropole Norditaliens, um das berüchtigte Stadtderby zwischen Inter und dem AC Mailand anzuschauen. Aber zuerst wollten wir das verlängerte Wochenende mit einem Trip ins älteste Stadion Italiens – dem Stadio Luigi Ferraris – in Genua verbinden.

Unsere Basis war das Hotel Berlino in Mailand, unser erstes Spiel fand jedoch in Genua statt und so machten wir uns am anderen Morgen gleich ganz früh auf in die ligurische Hauptstadt am Meer, um noch ein wenig Sightseeing zu betreiben. Wir entschieden uns vor dem Spiel nicht in die Innenstadt, sondern in den Vorort Boccadasse zu fahren, der sich bis heute den Charme eines kleinen italienischen Fischerdorfes bewahrt hat. Der perfekte Ort, um nach der knapp dreistündigen Fahrt bei Espresso und italienischem Eis zu entspannen und das Treiben der Einheimischen zu beobachten. Die kleine Bucht mit seinen bunten Häusern bietet darüber hinaus Fotomotive wie aus dem Bilderbuch.

Boccadasse, Genua

Wir fuhren bereits drei Stunden vor Spielbeginn zum Stadio Luigi Ferraris, das mitten in der Stadt gelegen ist. Daher ist es nicht einfach einen günstigen Parkplatz in der Nähe zu finden. Doch wir hatten Glück und konnten unser Auto nur 10 Gehminuten entfernt vom Stadion kostenpflichtig abstellen.

Eine Zeitreise in das älteste Stadion Italiens

Die 1911 eröffnete Heimstätte von Sampdoria sowie CFC Genua ist das älteste italienische Stadion eines Proficlubs und eines der wenigen reinen Fußballstadien ohne Tartanbahn. Tribünen und Eingänge des “Marassi”, wie das Stadion auch genannt wird, stammen noch vom Originalbau aus dem Eröffnungsjahres. Das Stadio Luigi Ferraris war Austragungsort bei den Fußball Weltmeisterschaften 1934 und 1990. Die prägnanten vier Türme in den Ecken, die Lage mitten in der Stadt sowie der Ausblick auf die Berge von den höheren Tribünen Rängen machen es so besonders und einzigartig in Italien. Innen ist das Stadion zugig und karg – der komplette Gegenentwurf zu den heutigen modernen Fußballarenen. Eine Zeitreise für jeden Groundhopper, der keinen Komfort, sondern das charakteristische und ehrliche Stadionerlebnis sucht.

Stadio Luigi Ferraris, Genua

Auf der Gegentribüne wurde vor Spielbeginn inbrünstig die Vereinshymne von Sampdoria angestimmt. Eine Mischung aus Gianna Nannini und italienischem Schlager – visuell unterstützt durch ein blau-weiß-rotes Fahnenmeer. Die Fans waren schon mal bereit für die Europa League, die Mannschaft musste in diesem wichtigen Spiel gegen den bereits abgestiegenen AC Cesena aber erst noch 3 Punkte einfahren. Die deutliche Feldüberlegenheit während der 90 Minuten konnte aber auch Superstar Samuel Eto’o nicht nutzen und so endete das Spiel torlos mit 0:0.

Das Stadio Luigi Ferraris definitiv eines der lohnenswertesten Stadien in Italien. Historie, Architektur, Lage, Fans und die Umgebung machen es zu einem attraktiven Ziel für Groundhopper. Zumal man den Stadionbesuch sehr gut mit einem Spiel in Mailand oder Turin verbinden kann!

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