St. James’ Park, Newcastle

St. James’ Park, Newcastle – ein absolutes Highlight!

Die Stadt der 7 Brücken und Karaoke in Northallerton

Wenn wir heute Freunden von unserem Newcastle-Trip erzählen, geraten wir beide immer besonders ins Schwärmen. Manchmal ist es schwierig zu beschreiben, warum ein Stadiontrip einem sehr gut gefallen hat. Nicht bei Newcastle und dem St. James’ Park – dieser Tag gehört zweifelsohne zu unseren Groundhopping-Highlights!

Es war der Ostersamstag 2014 als wir uns morgens früh in den Zug von Manchester nach Newcastle upon Tyne setzten. Die Fahrt in den Nordosten Englands dauert etwas mehr als zwei Stunden. Für die Fahrt muss man um die 50 Pfund einkalkulieren. Kein preiswertes Vergnügen, dafür aber lohnenswert! Es ging über Huddersfield und Leeds durch die Einöde Nordenglands direkt nach Newcastle. Auf dem Rückweg mussten wir einmal umsteigen. Aber dazu später mehr…

Newcastle - Stadt der 7 Brücken

In Newcastle fährt man, kurz bevor man in den altertümlichen und schönen Hauptbahnhof einrollt, über den Tyne. Von hier aus sieht man schon die vielen Brücken, die die Altstadt mit der anderen Seite des Flusses verbinden.

Da wir bis zum Anpfiff im St. James’ Park noch gut 3 Stunden Zeit hatten, besichtigten wir das direkt vor dem Hauptbahnhof gelegene Newcastle Castle. Nicht sehr groß und pompös, dafür aber mit einem einzigartigen Ausblick auf die Stadt. Den 360-Grad Panoramablick, den man von der Turmspitze aus genießen kann, zeigt die Schönheit und Vielseitigkeit der Stadt: Zum einen der Blick in Richtung Altstadt mit ihren ehrwürdigen und alten Bauten, im Hintergrund erhebt sich auf einer Anhöhe der St. James’ Park – die Heimstätte der Magpies, wie die Mannschaft von United auch genannt wird. Hier sollten wir später das Spiel gegen Swansea City sehen. Traumhaft, wie das Stadion über der Stadt regelrecht erhaben thront. Auf der anderen Seite der Fluß Tyne mit seinen schon erwähnten Brücken. Vor allem die Tyne Bridge und die Gateshead Millenium Bridge stellen einen Kontrast zwischen Altem und Neuen dar. Sich einen Überblick über die Stadt von hier oben zu verschaffen, ist ein absolutes Muss!

Nach einem Rundgang durch die Altstadt und einer Stärkung in Chinatown ging es dann in Richtung Stadion. Als wir das erste Mal den St. James’ Park live sahen, waren wir überwältigt. Aus dem Fernsehen wusste man ja, dass die Architektur des Stadions besonders ist, wenn man ihn dann aber live vor Ort sieht, erschlägt es einen förmlich. Mit einem Fassungsvermögen von gut 52.000 Plätzen gehört es zu den größten Stadien der Insel.

In direkter Nähe zum Stadion betraten wird den Shark Club. Dort stimmten wir uns erstmal mit einheimischen Fans und ein paar Pints auf das Premier League Spiel ein. Eine gute halbe Stunde vor Anpfiff betraten wir dann den St. James’ Park. Die Plätze waren bewusst auf der kleinen Tribüne (East Stand) gewählt, um den Blick auf den monströs wirkenden Milburn Stand zu genießen. Ein absoluter Traumblick! Die Stimmung während des Spiels war gut, aber nicht so berauschend wie wir es schon so oft gehört hatten. Dies lag aber wohl eher an der Tabellensituation und der schwachen Leistung, die das Heimteam heute zeigte. Newcastle Fans sind normalerweise als frenetische Anhänger ihres Clubs bekannt.

Das Spiel ist schnell erzählt: Ameobi brachte die Magpies durch ein “Stochertor” mit 1:0 in Front. In der Nachspielzeit der 1. Habzeit köpfte Wilfried Bony nach einer Ecke die “Schwäne” zurück ins Spiel.

In der zweiten Spielhälfte ging es hin und her, ohne, dass atemberaubende Torchancen kreiert wurden.

Als sich alle schon mit dem Unentschieden abgefunden hatten und einige Zuschauer bereits den St. James’ Park verlassen hatten (was in England üblich ist), mähte ein Newcastle-Spieler Martin Emnes von Swansea im eigenen Strafraum um – folgerichtig gab es Elfmeter. Wiederum netzte Striker Wilfried Bony sehr gekonnt oben rechts ein und lieferte somit den 2:1 Endstand für die Gäste aus Wales…und das in der 93. Minute!

Bis zur Abfahrt nach Manchester hatten wir noch ausreichend Zeit zur Verfügung. So konnten wir uns noch ein bisschen dem Sightseeing widmen. Das traumhafte Wetter ließ die Stadt und den Fluß in einem tollen Licht erscheinen. Im Hauptbahnhof (auch hier gibt es natürlich einen Pub) gönnten wir uns noch ein Pint.

In Northallerton (ca. 1 Stunde von Newcastle entfernt) mussten wir auf der Rückfahrt umsteigen. Da wir aber noch eine gute Stunde Zeit hatten, bis der Anschlusszug kam und es mittlerweile richtig kalt war, suchten wir natürlich einen Pub (nein, wir sind keine Alkoholiker aber zu einer ordentlichen Stadionreise in England gehören natürlich ein paar Bier! 🙂 ). Als wir vom Bahnsteig zur Straßen gingen, sahen wir absolut gar nichts. Kein Haus, keinen Menschen, geschweige denn ein Pub! Wir waren in der absoluten Einöde gelandet.

Wir probierten es auf der anderen Seite der Gleise und tatsächlich entdeckten wir dort das einzige Haus, das weit und breit zu sehen war. Und was hätte anderes sein sollen als… ein Pub! “The Station Hotel” beherbergte uns noch für eine knappe Stunde. Das Bild war skurril: Fünf bis sechs Personen, die hier mehr oder weniger einsam ihren Ostersamstag ausklingen ließen und einem sehr alten Mann beim Karaoke lauschten. Er krächzte irgendein gruseliges Lied, während die Bardame in ihrem Leoparden-Outfit gelangweilt hinter der Theke stand. Wir kamen uns vor wie in einem schlechten Film, aber amüsierten uns prächtig. Zu guter letzt jaulte ein kleines Mädchen – wahrscheinlich die Tochter der Bardame – Leonard Cohens “Hallelujah”…. einfach nur schrecklich!!! Aber genau das sind die Erlebnisse, an die wir uns immer wieder gerne erinnern.

Gegen 1 Uhr nachts waren wir zurück in unserer Base in Manchester! Hallelujah!!!

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